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Wie Yoga das Gehirn verändert

Yoga ist gesund. Yoga trainiert die Muskulatur. Yoga macht flexibler in Geist und Körper. Yoga vermindert Stress. Aber was genau passiert bei regelmäßiger Yogapraxis in unserem Gehirn?

Richten wir unsere Aufmerksamkeit zuerst einmal auf unsere Neurotransmitter. Bekannte Neurotransmitter sind zum Beispiel Dopamin, auch als Glückshormon bezeichnet oder Melatonin, dass uns des Nachts in den Schlaf gleiten lässt. Doch es gibt noch viele weitere sehr wichtige Neurotransmitter.

Denn über diese sogenannten Botenstoffe folgt die Informationsweitergabe zwischen unseren Nerven. Je nachdem welcher Transmitter an welcher Zelle andockt, werden unterschiedliche Prozesse ausgelöst.

Yoga zu praktizieren hat einen direkten Einfluss auf den Neurotransmitter GABA (Gamma-Amino-Buttersäure).

Die Aufgabe des Neurotransmitters GABA ist es die Informationsübertragung zwischen unseren Nervenzellen zu verlangsamen. Wenn GABA an eine Nervenzelle andockt wird diese gehemmt.

Der Gegenspieler von GABA ist der Neurotransmitter Glutamat. Durch diesen werden die Nervenzellen stimuliert schneller Informationen aufzunehmen und weiter zu leiten.

Ist nun GABA im Gehirn vermindert vorhanden wird der Erregung der Zellen nicht mehr ausreichend entgegen gesteuert. Dies kann zu Bluthochdruck, PMS (prämenstruelles Syndrom), chronischen Schmerzzuständen, Depressionen, Angststörungen und anderem führen.

In einer wissenschaftlichen Studie der Boston University wurde gezeigt, dass die Yoga Praxis den GABA Level im Gehirn um 27 % erhöhen kann.

19 Probanden wurden dafür in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte durfte an einer Yoga Einheit teilnehmen, die andere an einer Lesestunde. Direkt im Anschluss wurden die GABA Werte mittels Magnetresonanzspektroskopie gemessen.  Nur bei der Yoga Gruppe war der GABA Level angestiegen.

Ein steigender GABA Anteil bringt uns viele Vorteile, denn der Neurotransmitter wirkt schmerzlindernd, entspannend, blutdruckstabilisierend, entkrampfend und stärkt das Immunsystem.

Yoga und Mentale Kontrolle

Doch nicht nur Neurotransmitter werden durch Yoga beeinflusst. Herr Professor He der University of Minnesota machte bei seinen Forschungen die Entdeckung, dass Probanden die Yoga betreiben das Kontrollieren eines Computers, durch mentale Vorstellung, einfacher lernen.

Aufgrund dessen führte er eine Studie mit 36 Teilnehmern und Teilnehmerinnen durch. Die eine Hälfte praktizierte seit mindestens einem Jahr und nicht weniger als zwei mal die Woche Yoga, die andere Hälfte war ungeübt oder hatten sich nicht mit Yoga auseinandergesetzt.

Vier Wochen lang wurden die Probanden trainiert einen Computer lediglich mit ihrer Vorstellung zu kontrollieren. Ihre Gehirnströme wurden dabei durch eine Art Mütze mit Elektroden gemessen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Probanden, die regelmäßig Yoga und Meditation praktiziert hatten, die mentale Steuerung drei mal schneller erlernten als die Kontrollgruppe.

Solche Forschungen zielen darauf ab, Menschen mit Nervenerkrankungen oder Lähmungen in ferner Zukunft neue Aussichten bieten zu können. Herr Professor He will nun eine Langzeitstudie zu dem Thema durchführen. Er sieht in Yoga die Möglichkeit neuer Perspektiven.

Yoga als Prävention?

Und auch als Prävention und mögliche Behandlungstaktik bei Depressionen und anderen kognitiven Problematiken ist Yoga in die Diskussion geraten.

Im Gehirn von langjährig praktizierenden Yogis zeigte sich, bei einer weiteren Studie, ein größerer Anteil an grauer Substanz.

Die graue Masse befindet sich in Form von Kernen oder Säulen im inneren unseres Gehirns und im Rückenmark. In einer oberflächlichen Schicht überzieht sie die Windungen des Kleinhirns. Sie besteht aus den Körpern vieler kleiner Nervenzellen und ist somit ein wichtiger Bestandteil unseres Nervensystems.

Eine Verminderung der grauen Masse führt zu emotionaler Instabilität (Depression, Stimmungsschwankungen), verminderter kognitiver Gehirnfunktion (verminderte Konzentration, verminderte Merk- und Denkfähigkeit)

Der Zuwachs der grauen Substanz bei den Yogis und Yoginis scheint in direktem Zusammenhang mit der Dauer der Yogapraxis zu stehen. Langzeityogis profitieren hier also am meisten.

Doch ob langjähriger Yogi / Yogini oder immer mal wieder Yogi / Yogini, die Studien zeigen, dass Yoga sowohl kurzfristig als auch langjährig positive Veränderungen im Gehirn bewirken kann.

Dann gibt’s ja nur noch eines zu sagen: Ab auf die Matte!

 

Quellen:

Cassady et al. The impact of mind-body awareness training on the early learning of a brain-computer interface. TECHNOLOGY, 2014; 02 (03): 254

American Pain Society. Yoga and chronic pain have opposite effects on brain gray matter.  http://americanpainsociety.org/about-us/press-room/yoga-bushnell

Streeter et al. Yoga Asana sessions increase brain GABA levels: A pilot study. The Journal of Alternative and Complementary Medicine, 2007, 13 (4), pp. 419-426

Benninghoff und Dreckhahn (2008). Taschenbuch Anatomie. Urban & Fischer Verlag München.

Michael Schünke. Prometheus. Lernatlas der Anatomie. Georg Thieme Verlag Stuttgard.

dr-bieger.de/gamma-amino-buttersaeure-gaba-neurotransmitter-mit-angst-loesender-wirkung (aberufen am 09.08.2016, 20:36)

 

 

Langes Sitzen im Alltag

Langes Sitzen im Alltag ist ungesund. Unser Körper ist sehr effizient, er spart ein wo er nur kann. Schnell werden Muskeln kürzer und der Stoffwechsel vermindert.

Sogar unser Herzmuskel nimmt ab und der Puls steigt, um die gleiche Leistung zu erbringen, wenn wir uns immer weniger Bewegen. Doch oft bemerken wir diese Veränderungen erst, wenn das Treppen steigen plötzlich viel anstrengender ist oder der Rücken nach dem Schlafen auf einmal schmerzt.

Tägliches Sitzen und Computerarbeit erhöht die Wahrscheinlichkeit an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken (1) und verkürzt laut einer aktuellen Studie sogar unsere Lebenserwartung, wenn die Inaktivität länger als drei Stunden anhält (2).

Doch was kann man tun, wenn der Beruf nun mal im Sitzen ausgeführt werden muss?

Kleine Übungen helfen

Die Ausdauer lässt sich leider nicht während der Arbeitszeit trainieren. Doch gegen die schlechte Durchblutung und die Muskelverkürzungen können wir etwas tun.

Durchblutung anregen

Wissenschaftler der University of Missouri-Columbia fanden heraus, dass das sogenannte „Zehen Tippen“ den Blutfluss in den Beinen deutlich erhöht (3). In einem Experiment sollten die Probanden während des täglichen Sitzens mit einem Fuß immer mal wieder abwechselnd Zehen und Ferse auf den Boden tippen, den anderen Fuß sollten sie still stehen lassen. Im Ergebnis zeigte sich, dass der Blutfluss in dem bewegten Bein stark erhöht war. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine solche Übung im Alltag zur besseren Gesundheit der Gefäße beitragen kann. Wer also nicht häufig umhergehen kann sollte zumindest die Füße bewegen.

Position Verändern

Muskelverkürzungen entstehen beim Sitzen vor allem im Hüftbereich und im unteren Rücken. Heutzutage wird nicht mehr dazu geraten immer nur aufrecht und gerade zu sitzen. Viel mehr ist es wichtig die Sitzposition so häufig wie möglich zu verändern. Eine gute Alternative um ständig minimale Veränderungen herbei zu führen, ist das Sitzen auf einem Pezzi Ball. Wer keinen Ball im Büro verwenden darf, sollte trotzdem so häufig wie möglich die Position wechseln.

Strecken ist gesund

Wer ein Haustier zu Hause hat wird wohl schon häufig beobachtet haben, wie oft sich im Tierreich gestreckt wird. Immer wenn das Tier eine Position länger inne gehalten hat, streckt es sich ausgiebig, gähnt dabei genüsslich und geht erst dann anderen Tätigkeiten nach. Hier sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Strecken tut gut, ist schnell ausgeführt und stört auch im Büro niemanden. Dabei die Beine nicht vergessen und die Arme bis in die Finger hinein und zu allen Seiten dehnen. Jeder spürt dabei für sich wo gerade mehr Dehnung notwendig ist.

Unsere Knorpel zwischen den Wirbelkörpern und in den Gelenken werden durch Zug und Druck ernährt. Stellen wir uns einen kleinen Schwamm vor. Wird er zusammengepresst und beim Loslassen unter Wasser gehalten, saugt er Wasser ein. Genau dies geschieht durch Bewegung und Dehnung mit unseren Knorpeln, so können sie besser mit guten Nährstoffen versorgt werden.

Aufrichten, Kippen und Drehen

Durch das Aufrichten und Kippens des Beckens wird die Wirbelsäule von unten nach oben erst in eine Rundung und dann in eine Streckung gebracht. Neben der oben beschriebenen guten Versorgung der Knorpel werden hierbei die kleinen Wirbelgelenke schön geschmeidig gehalten. Wer dann noch ab und zu einmal über die rechte und linke Schulter blickt und damit die Wirbelsäule leicht verwringt, erhöht die Wahrscheinlichkeit einenes gesunden Rückens.

Vorbeugen macht froh

Neben diesen Tätigkeiten direkt im Büro sollte aber auch bereits zu Hause vorgebeugt werden.

Die Ausdauer ist wichtig. Das Herz-Kreislauf-System sollte unbedingt nach längerer Inaktivität wieder in Schwung gebracht werden. Von der Arbeit nach Hause gehen, 15 Minuten Laufen oder eine halbe Stunde zur Lieblingsmusik tanzen macht froh und ausgeglichen. Zudem können dadurch auch gleichzeitig die Stresshormone des Tages abgebaut werden. Das bringt gute Laune!

Und Yoga hilft erwiesenermaßen gegen Rückenleiden (4). Denn bei der Yogapraxis wird die Wirbelsäule effektiv durchbewegt und die Muskulatur angenehm gedehnt. Oft reichen schon 10 Minuten am Tag aus, um ein besseres Gefühl nach der Arbeit am Schreibtisch zu erzielen. Dabei tragen ausgleichende Atemübungen zusätzlich dazu bei entspannter zu werden und die Meditation macht den Kopf wieder frei um den Feierabend so richtig genießen zu können.

Hier eine kurze Yoga Einheit zum ausprobieren

 

Quellen
  1. Earl S. Ford, Carl J. Caspersen. Sedentary behaviour and cardiovascular disease: a review of prospective studies. International Journal of Epidemiology, 2012.
  2. Elsevier Health Sciences. „Prolonged daily sitting linked to 3.8 percent of all-cause deaths: Investigators estimate limiting sitting to less than 3 hours per day could increase life expectancy.“ ScienceDaily. ScienceDaily, 23 March 2016. <www.sciencedaily.com/releases/2016/03/160323142345.htm>.
  3. Takuma Morishima, Robert M. Restaino, Lauren K. Walsh, Jill A. Kanaley, Paul J. Fadel, Jaume Padilla. Prolonged sitting-induced leg endothelial dysfunction is prevented by fidgeting. American Journal of Physiology – Heart and Circulatory Physiology, 2016; 311 (1): H177
  4. Ling-Hsiang Chuang, Marta O. Soares, Helen Tilbrook, Helen Cox, Catherine E. Hewitt, John Aplin, Anna Semlyen, Alison Trewhela, Ian Watt, David J. Torgerson. A Pragmatic Multicentered Randomized Controlled Trial of Yoga for Chronic Low Back Pain. Spine, 2012; 37 (18): 1593

 

 

 

Macht Zucker süchtig?

„Nein“, würden da viele Menschen behaupten, „ich könnte sofort aufhören Zucker zu konsumieren!“. Und dennoch ist dies leichter gesagt als getan.

Neben der körperlichen Yoga-Praxis ist auch die Ernährung wichtig, wenn wir gut für uns sorgen wollen.

Ich selbst entschloss mich vor einigen Jahren den Zucker, aufgrund einer Hautproblematik, komplett von meiner Nahrungsliste zu streichen. Drei Monate wollte ich die direkte Einnahme, süße Früchte und gezuckerte Lebensmittel vermeiden. Prinzipiell ernährte ich mich zwar damals schon relativ gesund und aß sowieso nur ab und zu Zucker, doch irgendwoher musste mein Hautleiden ja kommen.

Erstaunt beobachtete ich mich dann während der ersten Tage.

Es kam immer wieder vor, dass mein Körper mir ein starkes Bedürfnis nach Süßem suggerierte. Ich verspürte einen innerlichen Trieb, mich damit zu „beglücken“. Zudem bemerkte ich einen Hang zur schlechten Laune und war wesentlich schneller genervt. Doch der Wunsch mein Hautbild zu verbessern war größer und ich hielt durch.

Und dann nach zwei Wochen waren jegliche „Entzugs“ Erscheinungen einfach verschwunden. Ich kam mir vor, als ob ich mich von einer Sucht befreit hätte und wurde neugierig was es damit auf sich hat.

Ein Blick in die Vergangenheit

Zucker war niemals in solch konzentrierter Form vorhanden, wie der Mensch diesen heute konsumiert. Ursprünglich fand man süße Nahrungsmittel selten und vor allem nur zur Erntezeit. Und Honig wurde von Bienen geschützt. Heute jedoch wären dreiviertel des Supermarktes leer, wenn man alle Produkte die Zucker enthalten aus den Regalen nehmen würde.

„Nature made sugar hard to get; man made it easy!“ (Lustig et al.2012)

Zusätzlich vermittelt uns der süße Geschmack evolutionär, dass ein Nahrungsmittel viele Kalorien beinhaltet. Damals strebten wir sinnvollerweise nach solchen Nahrungsmitteln, um gut mit Energie versorgt zu werden. Schnelle direkte Energie wird und wurde dann vom Gehirn durch die Ausschüttung von Glückshormonen, wie zum Beispiel Dopamin, belohnt. (1)

Der Teufelskreis

Schnell spendet uns der Zucker Energie und wir fühlen uns großartig. Doch ebenso schnell ist dieses kleine Hoch auch wieder vorbei und wir verspüren meist kurze Zeit danach Abgeschlagenheit und Müdigkeit, außer wir konsumieren erneut Zucker. Unser Körper gibt uns klare Signale, hoffend auf die abermalige Belohnung und das Hochgefühl.

Dass dieses ständige Auf und Ab und die Menge an konsumiertem Zucker mit der Zeit negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, ist mittlerweile vielen Menschen bekannt.

Doch sind wir uns wirklich alle bewusst wann wir Zucker konsumieren?

 

In einer Dokumentation, (Voll Verzuckert – The Sugar Film) die 2014 erschienen ist, macht ein Mann einen Selbsttest. Er hat sich viele Jahre völlig ohne Zucker ernährt und will der Gesellschaft nun beweisen, wie sich Zuckerkonsum tatsächlich auf uns auswirkt. Durch seine lange Abstinenz ist er die optimal sensible Versuchsperson. Er will am Tag so viel Zucker konsumieren, wie ein Mensch in den USA täglich durchschnittlich zu sich nimmt. Laut den Antworten seiner Ernährungsexpertin sind das 40 Teelöffel Zucker pro Tag. Diese Menge möchte er nur mit als „gesund“ deklarierten Lebensmitteln aufnehmen. Zu Beginn glaubt er das wäre schwer. Doch weit gefehlt. Unsere Nahrungsmittel sind meist weitaus mehr gezuckert als wir annehmen.

4 Gramm Zucker in einem Lebensmittel entsprechen in etwa einem Teelöffel Zucker.

Ich entdecke 5 Teelöffel Zucker in meinen Bio Baked Beans und 6 Teelöffel Zucker in meiner Bio Tomatensoße. Die Vorstellung ich würde diese Menge zu meiner selbstgekochten Soße aus frischen Tomaten hinzufügen ist irritierend.

Die WHO empfiehlt pro Tag sechs Teelöffel Zucker nicht zu überschreiten. (2)

Ein durchschnittlicher Europäer konsumiert am Tag in etwa 19-25 Teelöffel Zucker. (1) Ich bin völlig überrascht von solchen Mengen.

Der Film geht weiter und endet damit, dass der Proband nach drei Monaten mehr als sechs Kilo zugenommen hat und kurz vor einer Fettleber steht. Zudem fühlt er sich am Rande einer Depression. Und das alles, obwohl er trotz seiner Nahrungsumstellung sein tägliches Sportprogramm weiterhin durchgeführt hat.

Erleichtert endlich etwas ändern zu können, streicht er nach der Versuchszeit den Zucker wieder aus seiner Ernährung und beschreibt schlimme Entzugserscheinungen mit lang anhaltenden, starken Kopfschmerzen in den ersten zwei Wochen.

Ich fühle mich nach dem Ansehen des Films bestätigt, der Mann hat ähnliche Erfahrungen beim Zucker Entzug gemacht wie ich. Und trotzdem liest man in Zeitungen: „Es gibt keine Zuckersucht!“(6)

Wie kann das sein, frage ich mich, wenn selbst Experten öffentlich propagieren, dass Zucker wie eine Droge wirkt?

 

Betrachten wir die Definition einer Sucht nach der Weltgesundheitsorganisation (3) einmal genauer. Als abhängig wird jemand bezeichnet, der:

  • das Bedürfnis hat den Drogengebrauch fortzuführen
  • sich die Droge unter allen Umständen beschaffen möchte
  • eine Tendenz aufzeigt die Dosis zu erhöhen
  • psychisch und/oder physisch von der Droge abhängig ist
  • sich selbst oder der Gesellschaft damit schadet
  • die Kontrolle über das eigene Verhalten verliert

Eine wissenschaftliche Studie von 2008 beweist, dass genau solche Symptome (Übermäßiger Verzehr, Depression, Ängste…) bei regelmäßigem Verzehr von Zucker auftreten. Es entstehe eine neurochemische Anpassung, die sich im Köper genauso auswirke wie die Folgen der Einnahme von Opiaten. Dies zwar in viel schwächerer Ausprägung, aber man müsse trotzdem von „Abhängigkeit“ sprechen. Zucker kann laut dieser Studie zu einer Sucht führen. (4)

Und auch in der renommierten wissenschaftlichen Zeitung Nature wird 2015 ein Artikel mit der Überschrift betitelt: „What drives sugar addiction“ – Was steuert Zucker Abhängigkeit?

Bestimmte Neurone im Gehirn sind entdeckt worden, die bei einer Zuckersucht überaktiv sind und für einen erhöhten Konsum sorgen. (5)

Zuletzt stellt selbst der Ernährungsexperte Prof. Robert H. Lustig Zucker auf die gleiche Stufe wie Alkohol, denn der Zucker erfülle ähnliche Kriterien. Er sei giftig, hätte ein Potential Abhängig zu machen und einen negativen Einfluss auf die Gesellschaft. (1)

Wieso leugnen die Medien nun sogar bei wissenschaftlichen Evidenzen immer noch die Möglichkeit einer Abhängigkeit von Zucker?

Ich sehe mir einen solchen Artikel einmal genauer an. (6)

Die Begründung: Zucker wirke nicht psychotrop, der Zucker Konsum würde einem nicht entgleiten und beim Zucker Konsum wären die festgelegten Kriterien einer Sucht nicht erfüllt. Der Experte bezieht sich hierbei auf die ICD 10 (internationale Klassifikation Psychischer Störungen).

Welche Kriterien sind das nun wieder? Ich forsche nach
  1. Ein Zwang oder starker Wunsch das Suchtmittel zu konsumieren
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung oder der Menge des Konsums
  3. Ein körperliches Entzugssyndrom nach Beendigung oder Reduktion
  4. Eine steigende Toleranz, das heißt die Menge muss stetig erhöht werden
  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen, erhöhter Zeitaufwand und Zeitplanung um das Mittel zu beschaffen
  6. Anhaltender Gebrauch trotz des Nachweises, dass über einen längeren Zeitraum hinweg körperliche Schäden entstehen

Mindestens drei von diesen sechs Kriterien müssen laut dem ICD erfüllt sein, damit eine Sucht vorliegt. (7)

Ich wundere mich über die Aussage des Experten aus der Zeitschrift, denn für mich sind hier, mehr als drei Kriterien erfüllt.

Des Weiteren finde ich diverse Foren, Artikel und Bücher im Netz mit Titeln wie: „Der Zuckersucht entkommen“, „Zuckersucht loswerden“, „Zuckersucht bekämpfen“ usw.

Ich bin nun überzeugt: Zucker kann süchtig machen!

 

Es ist eine dieser Süchte, die von Teilen der Gesellschaft gut gedeckt wird, da der Absatzmarkt von Zucker wahrscheinlich einer der größten der Welt ist und nicht nur Firmen sondern auch Staaten davon profitieren. Ganz zu schweigen von der Pharmaindustrie und den Krankenanstalten, die dann in zweiter Linie erneut abkassieren, wenn sich der Mensch krank gegessen hat.

Hier hilft also nur die Eigenverantwortung. Ich verbanne nun alle Fertigprodukte aus meinem Schrank. Ich möchte ab jetzt selbst darüber entscheiden können, wie viel Zucker ich am Tag konsumiere.

 

Quellen:

 

  1. Robert H. Lustig et al., The toxic truth about sugar. Nature 482, p. 27 – 48 (02 Februar 2012)
  2. https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/position/DGE-Position-WHO-Richtlinie-Zucker.pdf (abgerufen am 28.07.2016, 14:04)
  3. http://www.uni-regensburg.de/universitaet/arbeitskreis-sucht/was-ist-sucht-/index.html (abgerufen am 28.07.2016, 13:30)
  4. Nicole M. et al., Evidence for sugar addiction: Behavioral and neurochemical effects of intermittent, excessive sugar intake. Neuroscience and Biobehavioral Reviews 32, p. 20 – 39 (200).
  5. What drives sugar addiction. Nature 518, p. 8 (5 Februar 2015)
  6. http://derstandard.at/1360681654569/Zucker-macht-nicht-suechtig-oder-zuckerkrank (abgerufen am 27.07.2016, 23:56).
  7. Sucht und Drogenberatung Oberhessen: http://www.suchtmr.de/index.php?id=140 (abgerufen am 28.07.2016, 9:02).

Angst? Yoga hilft!

Angst? Wer kennt das Gefühl nicht? Ob vor dem neuen Job, dem Verlassen werden, Schulden, vor engen Räumen, Reisen, Plätzen, Krankheit, Versagen oder einfach nur davor, dass wir irgendwann einmal sterben, Angst ist immer mal wieder unser Begleiter.

Dabei erfüllt die Angst eine wichtige Rolle. Sie macht uns vorsichtiger, sie schützt uns davor in Gefahr zu geraten und taucht auch häufig dann auf, wenn wir uns nicht genügend selbst lieben und achten.

Mit Ängsten umgehen

Doch wie hat uns die Gesellschaft gelehrt mit Ängsten umzugehen? Meist entwickeln wir eigene Strategien, denn über Angst redet niemand gerne. Wir richten uns unsere Leben so ein, dass wir uns sicher fühlen, vermeiden unsichere Situationen und verdrängen angstauslösende Gedanken.

Doch Angst ist nie ein guter Ratgeber und kann das Leben, den Tatendrang und das Ausschreiten nach vorne stark einschränken.

Vorurteilsfreie Beobachtung

John Kabat-Zinn ruft dazu auf, Ängste durch Meditation zum Gegenstand vorurteilsfreier Beobachtung werden zu lassen.

In seinem Buch schreibt er:

Sitzen, Body-Scan und Hatha-Yoga-Übungen gewöhnen uns daran, Gedanken, Emotionen und Körperempfindungen zu akzeptieren. Sie lehren uns, dass man nichts weiter tun zu braucht, als ihrer gewahr zu werden und der Versuchung, sie beurteilen oder sich ihretwegen verdammen zu wollen, zu widerstehen. Auf diese Weise schult man Geist und Körper gleichzeitig und entwickelt inmitten der Angst systematisch die Fähigkeit, ruhig und gelassen zu bleiben. (Kabat-Zinn 1990).

Wie genau funktioniert dieses Gelassen bleiben? Ich selbst konnte mich dadurch von meiner Flugangst befreien. Das Schlüsselwort ist für mich die vorurteilsfreie Beobachtung, wobei ich diesen Prozess eher als nicht-bewerten bezeichnen würde. Alles, was in unserem Kopf umherspukt können wir entweder nur beobachten, oder ein Urteil fällen und in positiv und negativ einteilen. Beurteilen wir entstehen Emotionen.

Das einfache Sein-lassen ohne Beurteilung kann zu großer Erleichterung führen und sehr befreiend wirken, doch braucht es meist ein wenig Übung, um damit vertraut zu werden.

Wirkung wissenschaftlich erwiesen

Dass diese Methode erfolgreich funktioniert wurde bereits wissenschaftlich erwiesen. So berichtete eine Gruppe von Männern, die an Krebs erkrankt sind, nachdem sie an einem regelmäßigen Training von Achtsamkeitsmeditation teilgenommen hatten, dass sie weniger gestresst und ängstlich seien.

Und Madhav Goyal, Assistenz Professor der John Hobkins Universität bestätigt sogar, dass Meditation bei Ängsten und Depressionen, über einen längeren Zeitraum geübt, eine ähnliche Wirkung habe wie die Einnahme von Antidepressiva.

Diese Annahme hatte sich durch die Untersuchung von 47 klinischen Versuchen mit 3515 Teilnehmer/innen, die alle unter Angst, Stress, Herzerkrankungen oder Krebs litten, bestätigt. Alle Probanden hatten an einem achtwöchigen Achtsamkeitsmeditationsprogramm teilgenommen und positive Gemütsveränderungen damit erzielt.

Meditations ist, so der Assistenzprofessor, kein einfaches Sitzen sondern ein aktives Training, den Moment ohne Bewertung so sein zu lassen, wie er gerade ist.

Laut einer weiteren Studie der Carnegie Mellon Universität zeigte sich zudem, dass eine Meditationspraxis von 25 Minuten pro Tag, in einem Zeitraum von drei Tagen, psychologischen Stress bereits deutlich vermindere.

66 gesunde Probanden wurden in zwei Gruppen geteilt. Die eine Hälfte durfte über drei Tage meditieren, die andere Hälfte analysierte Gedichte. Im Anschluss bekamen beiden Gruppen stressauslösenden Aufgaben zugeteilt. Diese bestanden darin, vor einer Jury zu rechnen oder eine Rede zu halten.

Es zeigte sich, dass die Gruppe der Meditierenden viel gelassener mit den Aufgaben umgehen konnte, obwohl sich ihr Cortisol Level (ein Stresshormon) stärker erhöht hatte, als bei der Kontrollgruppe.

Der Studienleiter Creswell erklärte daraufhin, dass er glaube, dass eine längere regelmäßige Übung nötig sei, um neben psychologischen (geistigen) Effekten auch noch physiologische (körperliche) mit der Meditation zu erzielen. Er wolle nun daran forschen wie sich der Cortisol Level verhalte, wenn die Meditationspraxis über einen viel längeren Zeitraum durchgeführt werde.

Positive Veränderungen im Gehirn konnten bereits in einer anderen Studie bestätigt werden, in der Frauen mit Brustkrebs an einem achtwöchigen Achtsamkeits Training teilnahmen und im Anschluss im Vergleich zur Kontrollgruppe, eine erhöhte Blutzirkulation in den Bereichen des Gehirns gemessen wurde, die in direkter Verbindung mit Stress- und Angstreduktion stehen (Belohnungszentren, Hypocampus, Amygdala etc.).

Recherchiert man Bücher über Angst und Panikattaken und die Geschichten der Menschen, die sich davon befreien konnten, stößt man auch hier immer wieder auf Achtsamkeitstraining, die Übungs des Nicht-Beurteilens und Yoga.

Selbstliebe als Schlüssel

Und vielleicht bedeutet dieses Nicht-Beurteilen auch oft uns selbst nicht zu Ver-Urteilen. Denn es bedingt Achtsamkeit, uns in unseren inneren Dialogen liebevoll zu behandeln, damit wir unsere unbewussten Selbstverurteilungen erst einmal ertappen können.

Der Gedanke äußert sich als Wort;

das Wort äußert sich als Tat;

die Tat wird zur Gewohnheit,

und Gewohnheit verhärtet sich zu Charakter.

Also beachte sorgsam den Gedanken und seine Wege,

und lasse ihn in der Liebe entspringen (…)

(Der Buddha. Aus dem Buch Metta Meditation von Sharon Salzberg)

 

Quellen:

Kabat-Zinn, Jon. Gesund durch Meditation. Das große Buch der Selbsstheilung. MensSana Verlag 1990

Daniel A. Monti, Kathryn M. Kash, Elisabeth J. S. Kunkel, George Brainard, Nancy Wintering, Aleezé S. Moss, Hengyi Rao, Senhua Zhu, Andrew B. Newberg. Changes in Cerebral Blood Flow and Anxiety Associated with an 8-week Mindfulness Programme in Women with Breast Cancer. Stress and Health, 2012; 28 (5)

David Creswell, Laura E. Pacilio, Emily K. Lindsay, Kirk Warren Brown. Brief mindfulness meditation training alters psychological and neuroendocrine responses to social evaluative stress. Psychoneuroendocrinology, 2014

David Victorson, Vered Hankin, James Burns, Rebecca Weiland, Carly Maletich, Nathaniel Sufrin, Stephanie Schuette, Bruriah Gutierrez, Charles Brendler. Feasibility, acceptability and preliminary psychological benefits of mindfulness meditation training in a sample of men diagnosed with prostate cancer on active surveillance: results from a randomized controlled pilot trial. Psycho-Oncology, 2016

Madhav Goyal, Sonal Singh, Erica M. S. Sibinga, Neda F. Gould, Anastasia Rowland-Seymour, Ritu Sharma, Zackary Berger, Dana Sleicher, David D. Maron, Hasan M. Shihab, Padmini D. Ranasinghe, Shauna Linn, Shonali Saha, Eric B. Bass, Jennifer A. Haythornthwaite. Meditation Programs for Psychological Stress and Well-being. JAMA Internal Medicine, 2014

Wie Yoga Deine Beziehung bereichert

Was ist Liebe? Als Teenager schmachtet man nach ihr, glaubt an sie, hat romantische Vorstellungen von der oder dem Einen.

Menschen finden zusammen und trennen sich wieder. Beziehungen werden über Jahre geführt und dann heißt es plötzlich die Luft ist raus. Ehen werden geschlossen und wieder geschieden. Und trotzdem haben wir dieses innerliche Sehnen nach der großen Liebe. Da soll es einen Menschen irgendwo auf dieser Welt geben, der uns überglücklich macht. Wir müssen diesen Menschen nur finden.

Viele sehen in dieser Suche den Sinn ihres Lebens, alles andere läuft nebensächlich und parallel ab. Doch was steckt dahinter?

Kann diese Sehnsucht überhaupt von einem anderen Menschen gestillt werden?

Tatsächlich geht es meist um die Verstärkung eines Bildes, dass wir selbst von uns malen. Wir haben alle eine Vorstellung davon im Kopf, was für eine Person wir gerne sind. Nun suchen wir einen Menschen, bei dem wir genau diese Person sein können. Wenn uns unsere Partnerin oder unser Partner dann aus unserer Rolle wirft und wir unser Selbstbild nicht mehr als bestätigt fühlen, dann „lieben“ wir den Menschen nicht mehr, dann passt er oder sie nicht mehr zu uns.

Da hätten wir zum Bespiel die Frau, die sich sehr begehrt und besonders fühlt, weil sie einen Mann hat der unnahbar ist und der nur selten über seine Gefühle spricht. Sie hat es aber geschafft ihn von sich zu überzeugen. Oder der Mann, der besonders männlich und erfolgreich wirken will und deshalb eine Frau wählt, die gerne reich beschenkt wird und als Status Symbol dient. Gleichzeitig die Frau, die einen Mann mit viel Geld wählt, weil sie sich nur wertvoll fühlt, wenn sie reich beschenkt wird. Man könnte hier wahrscheinlich eine endlos lange Liste schreiben.

Woher kommen diese Selbstbildnisse und die Vorstellung von dem was unseren eigenen Wert ausmacht? Im Laufe unseres Lebens lernen wir, wann wir uns besonders und wertvoll fühlen dürfen. Wir kreieren Strategien um unser Selbstwertgefühl möglichst hoch zu halten. Unsere Partner und Partnerinnen sind Teile solch unbewusster Strategien. Wenn er oder sie dann nichts-wissend dazwischen funkt und wir mit anderen Seiten und Bildern unseres Selbst konfrontiert werden, die eigentlich im Unbewussten bleiben sollten, bleibt meist nur noch die Flucht. Und natürlich ist der oder die Andere immer Schuld an der Misere.

Doch letztendlich wollen wir uns nur deshalb wertvoll fühlen, damit wir uns selbst lieben können. Und auch nur dann können wir Liebe weitergeben.

Eva-Maria Zuhorst beschreibt diese Tatsache ausführlich und provoziert mit dem Titel eines Ihrer Bücher: „Liebe Dich selbst – und es ist egal wenn Du heiratest!“

Doch was hat das nun alles mit Yoga zu tun?

Beim Praktizieren von Yoga fallen häufig alle Masken. Bewertungen, Gefühle, Strategien und vorherig strikte Meinungen werden plötzlich irrelevant. Es ist als ob wir uns selbst lieben könnten ohne uns vorher den eigenen Wert beweisen zu müssen.

Ein solches Gefühl stellt sich vielleicht nicht nach der ersten, zweiten oder dritten Yoga Stunde ein. Doch irgendwann ist es plötzlich da.

Dafür ist es beim Yoga jedoch sehr wichtig, dieses nicht mit dem Gedanken zu praktizieren, Dir etwas beweisen zu müssen. Du musst nicht erst schöner, dünner oder muskulöser werden um Dich selbst lieben zu können.

Es geht viel mehr darum die Übungen auszuführen ohne Erwartungen, ohne Ziele, einfach nur in der Begegnung mit Dir selbst. Ein solcher Zugang und Umgang mit uns selbst ist Balsam für die Seele. Es ist bereits der erste Schritt auf dem Weg zur eigenen Akzeptanz und Liebe.

Die Voraussetzung dafür ist, dass Deine Yoga Praxis ganzheitlich ist. Das heißt sie sollte Körperübungen, ebenso wie Atemübungen und Meditationen beinhalten.

Wenn beide Partner sich auf diesen Weg begeben erblicken sie mehr als nur einmal das wahre Selbst des Anderen. Sich gegenseitig in die Augen zu sehen, wenn alle Masken gefallen sind, erzeugt ein echtes Gefühl von Nähe, Zuneigung und Verständnis.

Und plötzlich spüren wir, dass es eine viel tiefere Verbindung zwischen zwei Menschen geben kann, eine in der die Zuneigung für den anderen nicht einfach verschwindet.

Auf einmal sind wir dem Anderen dankbar, dass er unbewusst unsere wunden Punkte entlarvt, dass er uns dort spiegelt wo wir noch wachsen können.

Alles was Dich am Anderen stört, erzählt eine Geschichte über Dich selbst!

Quellen:

Eva-Maria Zurhorst. Liebe Dich selbst und es ist egal wen Du heiratest. Goldmann Verlag.

 

So befreiend kann Yoga sein

Eine simple Übung führt zu größerer Toleranz und Entspanntheit

Hast Du schon einmal von Bhutan gehört? Bhutan ist ein Staat in Südasien und wird als das glücklichste Land der Welt bezeichnet. Neulich habe ich eine Dokumentation über dieses Land angesehen und war wahrlich erstaunt.

Da wird doch tatsächlich ein Faktor bestimmt der sich Bruttonationalglück nennt. Dabei steht nicht das Wirtschaftswachstum sondern die Nachhaltigkeit des Landes an erster Stelle. Doch was mich noch viel mehr an diesem Beitrag berührt hat, war, dass Kindern dort bereits in der Schule das sogenannte „Gehirnputzen“ beigebracht wird.

Dies sei eine völlig normale Tätigkeit, denn wenn man sich die Zähne putzt, die Haare wäscht und vielleicht auch mal eine Fastenkur durchführt, würde man sich ja auch nicht darüber wundern oder den Zweck bezweifeln.  Das Gehirn müsse eben genauso in regelmäßigen Abständen „geputzt“ werden.

Gehirnputzen – was ist das?

Ein kleiner Gong wurde angeschlagen, die Kinder in der Schule verstummten, schlossen die Augen und atmeten tief.

Was in der Dokumentation als Gehirn putzen deklariert wurde, wird hierzulande Meditation genannt. Doch nur wenige üben sich regelmäßig in dieser Praxis.

Nicht als kleine Kinder in diese Kunst eingeführt, haben wir es heute vielleicht ein wenig schwerer,uns damit Zurecht zu finden. Und dennoch täte es in unserer schnelllebigen Zeit jedem gut, seinen Kopf ab und zu einmal zu lüften.

Zusätzlich sprechen wir hier nicht von irgendeiner Mystik oder Esoterik sondern von einer wissenschaftlich erwiesenen Methode, die viele Vorteile mit sich bringt. Nicht nur Stress reduzieren soll sie, sondern auch gegen Angststörungen, Gemütsschwankungen und chronische Schmerzzustände wirken.

Fünf Minuten am Tag reichen aus

Und diese Methode verlangt noch nicht einmal besondere Mühen von uns. Schon bei fünf Minuten am Tag spürt man, nach einigen Wochen, eine Veränderung.

Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass Stress einfach nicht mehr so stressig erscheint und Situationen, die einen normalerweise zur Weißglut treiben würden, ohne starke Gefühlsausbrüche überstanden werden können.

Es zeigt sich, dass das Meditieren uns also nichts als Vorteile bringt. Wieso meditieren wir dann nicht alle, könnte man sich nun fragen.  Vielleicht winkt jetzt der innere Schweinehund mit breitem Grinsen. Vielleicht ist aber auch einfach die Etablierung der Meditation in unserer „westlichen“ Welt noch nicht genügend fortgeschritten.

Doch die Eigeninitiative zählt und beginnen können wir in jedem Moment!

Die Meditation wird wohl noch lange nicht in unsere Schulen eingeführt werden. Es liegt an uns diese Technik in unser Leben zu etablieren. Welche Meditation für Dich perfekt ist musst Du selbst heraus finden. Zum Ausprobieren kann ich Dir die empfehlen, die ich am liebsten durchführe:

Die Meditation zur Wertfreiheit

Sie führt bei regelmäßigem Durchführen zum Loslassen, zu mehr Toleranz für Dich selbst und entspannt den Geist.

Ich wünsch Dir eine angenehme Woche mit viel Initiative zum Meditieren.

 

 

Quellen:

Paul Grossman et al., Mindfulness-based stress reduction and health benefits: A meta-analysis, Journal of Psychosomatic Research, Volume 57, Issue 1, July 2004, Pages 35-43

Miller, John J. et al., Three-year follow-up and clinical implications of a mindfulness meditation-based stress reduction intervention in the treatment of anxiety disorders. General Hospital Psychiatry , Volume 17 , Issue 3 , April 1995, Pages 192 – 200

Jon Kabat-Zinn, An outptient program in behavioral medicine for chronic pain patients based on the practice of mindfulness meditation: Theoretical considerations and preliminary results, General Hospital Psychatry, Volume 4, Issue 1, April 1982, Pages 33-47

 

Bhutan die Ideologie vom wahren Glück

War Yoga ursprünglich von Hochsensiblen etabliert?

„Traditional yoga was probably developed by highly sensitive people“ (Jim Kennedy 2000)

Viele sensible Menschen haben sich vielleicht schon im Yoga wieder gefunden. Haben dort etwas entdeckt, das ein Gefühl von Geborgenheit, vielleicht sogar Ankommen in ihnen ausgelöst hat. Was wäre wenn Yoga genau durch solche Menschen entstanden ist?

Yoga von und für Hochsensible?

Jim Kennedy schreibt in einem Artikel über Yoga und Hochsensibilität, dass diese Annahme durchaus Hintergründe haben könnte. Denn hochsensible Menschen, so Kennedy, seien meist stark an Spiritualität und der Erforschung ihres Seins interessiert. Sie suchen im Yoga häufig mehr nach Entspannung, Selbstwahrnehmung und friedvollen Gefühlen.

Das erinnert daran, dass das alleinig körperliche Üben von Yoga nur ein Teilaspekt von fünf Säulen im Yoga ist.

Beschrieben als Hatha Yoga  besteht dieser Teil aus Asanas (Körperübungen) und Pranayama (Atemübungen). Weitere Säulen sind:

  • Raja Yoga: der königliche Weg um den Geist zu entspannen und sich nicht von seinem Denken beherrschen zu lassen. Ein solches Yoga wird in der Meditation geübt.
  • Karma Yoga: das selbstlose Handeln. Im Alltag zu geben ohne dafür etwas zu erwarten.
  • Jnana Yoga: der Weg des Strebens nach Wissen und Erkenntnis, Selbstreflektion und innerem Wachstum.
  • Bhakti Yoga: Der Yoga des Glaubens und der Hingabe an einen Gott, eine höhere Energie oder wie ich finde einfach an die Liebe.
Deshalb ist Yoga mehr eine Lebensphilosophie, als ein Sportphänomen.

Trotzdem, so Kennedy,  werde heutzutage Yoga vor allem für ein Publikum angeboten, dass ein intensives Workout erwarte, um vor allem körperlich kräftiger zu werden. Dies sei nicht abzuwerten, denn auch über die körperliche Aktivität kann ein Mensch zu sich selbst und zur Entspannung finden.

Und selbst für hochsensible Personen könne dieser Zugang in bestimmten Momenten der richtige sein, doch sollten diese immer genau nach spüren, was ihnen gerade gut tut und in Zeiten der inneren Ruhelosigkeit besser auf ein sanfteres Yoga zurückgreifen.

„Become familiar enough with different styles of yoga to adapt your practice to your current level of arousal!“ (Kennedy 2000)

Und wenn man nun von den oben beschriebenen Säulen des Yoga ausgeht, praktizieren viele Menschen in ihrem Alltag längst viel häufiger Yoga als sie bisher angenommen hatten.

Wie oft praktizierst Du Yoga?

Quelle:

Kennedy, Jim. Yoga for HSPs: Part I. Getting Started. Comfort Zone: The HSP Newsletter, 2000, Volume 5, Issue 2 (May), pp. 11-13

 

 

 

 

 

 

 

Wie finde ich die richtige Yogalehrerin den richtigen Yogalehrer?

Was ist Yoga eigentlich? Bedingt durch die eignen Erfahrungen hat jeder seine eigene Vorstellung zu dieser Philosophie. Eine Philosophie ist es deshalb, weil hinter dem kleinen Wörtchen viel mehr steckt als nur Körperübungen.

Viele die Yoga ausüben meinen zu wissen was Yoga ist. Häufig bleibt die Vorstellung bei entweder sportlicher Muskel Kräftigung oder sanfter Dehnung hängen.

Yoga kann aber auch tiefgehender sein und zu einem stressfreieren Leben beitragen. Dabei geht es vor allem um Selbstreflexion, Meditation, Achtsamkeit und Selbstliebe.

Immer wieder begegnete ich Menschen, die mir erklärten: „Nein, Yoga ist nichts für mich – ich hab es einmal ausprobiert und es war für mich nicht stimmig!“

Doch tatsächlich gibt es nicht ein Yoga sondern viele Yoga Stile. Und diese Stile variieren dann wiederum von Lehrer(in) zu Lehrer(in). Wenn sich also Yoga für den einen oder die andere beim ersten Probieren nicht gut angefühlt hat, dann liegt das einfach daran noch nicht den richtigen oder die richtige Yoga Lehrerin gefunden zu haben.

Erfahrungsgemäß braucht ein Mensch einen solchen Yoga Lehrer oder Lehrerin, der oder die ein wenig einem selbst entspricht. Nur so versteht man den Zugang zur Körperbewegung den der Lehrer oder die Lehrerin vorgibt.

Dabei kommen manche Menschen erst zur Ruhe oder inneren Mitte, wenn sie sich stark körperlich betätigen, andere wiederum brauchen das ruhige in sich selbst hinein spüren.

Hier kann man sich auch ein wenig an den Yoga Stilen orientieren Ashtanga oder Shivamukti Yoga zum Beispiel sind sehr schweißtreibend und kräftigend, Yin Yoga hingegen arbeitet viel mit ruhigen Positionen und Dehnung. Iyengar  Yoga verharrt oft lange in Haltungen, bis sie perfekt ausgeführt werden und benutzt dazu viele Hilfsmittel und Hatha Yoga ist an sich nur ein Überbegriff für körperliches Yoga üben und sagt damit erstmal wenig über den Stil der Person aus, die dieses anbietet.

Doch meiner Meinung nach wird der Stil schnell weniger relevant, wenn man einen Menschen gefunden hat, der einem selbst entspricht.

Es kann einige Anläufe brauchen, bis einem dieser Mensch begegnet. Doch dann lohnt sich Yoga allemal und tut unendlich gut.

Bei mir soll Yoga zur Stressreduktion und Selbstliebe im Alltag beitragen. Und da ich hoch-sensibel bin eignet sich mein Yogastil besonders für hochsensible Menschen.

Wenn Du meine kostenlosen Yoga Stunden testen möchtest schau hier:

http://www.yoga-your-day.de/yoga_online.html

Namasté und eine erholsame Woche!

Bin ich hochsensibel?

Vor in etwa zwei Jahren stieß ich auf das Thema „Hochsensibilität“. Neugierig geworden kaufte ich mir ein Buch dazu und begann noch am gleichen Tag zu lesen. 

Doch je mehr Seiten ich las, desto wütender wurde ich. Ich ahnte damals bereits, dass mich das Thema wohl ziemlich betraf, doch ich wollte mich nicht in eine Schublade stecken lassen.

Die Person, die das Buch geschrieben hatte zählte so viele negative Fakten auf, die das Leben eines hochsensiblen Menschen erschweren sollten, dass ich es kurzerhand wieder zur Seite legte. Trotzig entschied ich mich, mich nicht stigmatisieren zu lassen.

Ein Jahr später ging ich mit einer Freundin spazieren. Zusammen liefen wir durch den Wald und genossen die Stille in der Natur. So wie ich, ist sie immer auf der Suche nach einem guten Umgang mit sich selbst, nach einem sinnvollen Tun in der Welt und reflektiert ihr Leben ständig.

Bei jedem Treffen führen wir tiefgreifende Gespräche und haben den jeweils anderen schon häufig auf einen neuen Weg, eine neue Tür, eine neue Perspektive aufmerksam gemacht. Damals erzählte sie mir von der Hochsensibilität, einem anderen Buch und dass sie erstaunt sei, wie viele Parallelen sie bei sich selbst entdeckt hatte.

Ich beschloss einen erneuten Versuch und begab mich wieder in einen Buchladen. Ich kaufte zwei Bücher zu dem Thema und begann am gleichen Tag zu lesen. Und diesmal waren die Bücher so geschrieben, dass ich das was ich dort las annehmen konnte.

Das Resultat war Staunen, Erleichterung, Erkenntnis und eine wunderbares Gefühl von Entspanntheit.

Ich erkannte mich selbst zwischen den Zeilen. Viele Dinge in meinem Leben, die ich abgewertet hatte, bei denen ich mich als nicht „normal“ empfunden hatte waren plötzlich erklärbar und logisch.

  • Dass ich immer sehr unentschlossen in der Berufsfindung war
  • Dass ich sehr kreativ bin und Begabungen für viele unterschiedliche Dinge habe (singen, schreiben, Körperarbeit, gestalten, sprechen,)
  • Dass ich in Räumen immer das Bedürfnis nach schönerem Licht, Ästhetik und Gemütlichkeit habe und diese auch herstellen kann
  • Dass es mir oft zu laut, zu viel, zu stressig wurde – wo andere nichts bemerkten
  • Dass ich die Stimmung in einem Raum schon spüren konnte wenn ich zu Tür hinein kam
  • Dass meine Schulzeit eine schwierige Phase des ständigen Anpassens war
  • Dass ich ein Gefühl der Ablehnung entwickelt hatte im Bezug auf „etwas zu müssen“ (Schule, Kindergarten) weil ich mich dem Zuviel an Reizen nicht entziehen konnte
  • Dass ich ängstlicher war als andere und nicht so risikobereit
  • Dass mein Yoga Unterricht für eine Gruppe von Menschen ganz besonders toll war (Hochsensible) und für eine andere zu langsam und achtsam (Nicht-Hochsensible)

Es gäbe noch viele weitere Punkte, die ich aufzählen könnte.

Wenn Du rausfinden möchtest ob Du hochsensibel bist, dann kann ich Dir diesen Test emfpehlen:

http://www.zartbesaitet.net/survey/site.php?a=su_onepage&su_id=1