Wie Yoga Deine Beziehung bereichert

Was ist Liebe? Als Teenager schmachtet man nach ihr, glaubt an sie, hat romantische Vorstellungen von der oder dem Einen.

Menschen finden zusammen und trennen sich wieder. Beziehungen werden über Jahre geführt und dann heißt es plötzlich die Luft ist raus. Ehen werden geschlossen und wieder geschieden. Und trotzdem haben wir dieses innerliche Sehnen nach der großen Liebe. Da soll es einen Menschen irgendwo auf dieser Welt geben, der uns überglücklich macht. Wir müssen diesen Menschen nur finden.

Viele sehen in dieser Suche den Sinn ihres Lebens, alles andere läuft nebensächlich und parallel ab. Doch was steckt dahinter?

Kann diese Sehnsucht überhaupt von einem anderen Menschen gestillt werden?

Tatsächlich geht es meist um die Verstärkung eines Bildes, dass wir selbst von uns malen. Wir haben alle eine Vorstellung davon im Kopf, was für eine Person wir gerne sind. Nun suchen wir einen Menschen, bei dem wir genau diese Person sein können. Wenn uns unsere Partnerin oder unser Partner dann aus unserer Rolle wirft und wir unser Selbstbild nicht mehr als bestätigt fühlen, dann „lieben“ wir den Menschen nicht mehr, dann passt er oder sie nicht mehr zu uns.

Da hätten wir zum Bespiel die Frau, die sich sehr begehrt und besonders fühlt, weil sie einen Mann hat der unnahbar ist und der nur selten über seine Gefühle spricht. Sie hat es aber geschafft ihn von sich zu überzeugen. Oder der Mann, der besonders männlich und erfolgreich wirken will und deshalb eine Frau wählt, die gerne reich beschenkt wird und als Status Symbol dient. Gleichzeitig die Frau, die einen Mann mit viel Geld wählt, weil sie sich nur wertvoll fühlt, wenn sie reich beschenkt wird. Man könnte hier wahrscheinlich eine endlos lange Liste schreiben.

Woher kommen diese Selbstbildnisse und die Vorstellung von dem was unseren eigenen Wert ausmacht? Im Laufe unseres Lebens lernen wir, wann wir uns besonders und wertvoll fühlen dürfen. Wir kreieren Strategien um unser Selbstwertgefühl möglichst hoch zu halten. Unsere Partner und Partnerinnen sind Teile solch unbewusster Strategien. Wenn er oder sie dann nichts-wissend dazwischen funkt und wir mit anderen Seiten und Bildern unseres Selbst konfrontiert werden, die eigentlich im Unbewussten bleiben sollten, bleibt meist nur noch die Flucht. Und natürlich ist der oder die Andere immer Schuld an der Misere.

Doch letztendlich wollen wir uns nur deshalb wertvoll fühlen, damit wir uns selbst lieben können. Und auch nur dann können wir Liebe weitergeben.

Eva-Maria Zuhorst beschreibt diese Tatsache ausführlich und provoziert mit dem Titel eines Ihrer Bücher: „Liebe Dich selbst – und es ist egal wenn Du heiratest!“

Doch was hat das nun alles mit Yoga zu tun?

Beim Praktizieren von Yoga fallen häufig alle Masken. Bewertungen, Gefühle, Strategien und vorherig strikte Meinungen werden plötzlich irrelevant. Es ist als ob wir uns selbst lieben könnten ohne uns vorher den eigenen Wert beweisen zu müssen.

Ein solches Gefühl stellt sich vielleicht nicht nach der ersten, zweiten oder dritten Yoga Stunde ein. Doch irgendwann ist es plötzlich da.

Dafür ist es beim Yoga jedoch sehr wichtig, dieses nicht mit dem Gedanken zu praktizieren, Dir etwas beweisen zu müssen. Du musst nicht erst schöner, dünner oder muskulöser werden um Dich selbst lieben zu können.

Es geht viel mehr darum die Übungen auszuführen ohne Erwartungen, ohne Ziele, einfach nur in der Begegnung mit Dir selbst. Ein solcher Zugang und Umgang mit uns selbst ist Balsam für die Seele. Es ist bereits der erste Schritt auf dem Weg zur eigenen Akzeptanz und Liebe.

Die Voraussetzung dafür ist, dass Deine Yoga Praxis ganzheitlich ist. Das heißt sie sollte Körperübungen, ebenso wie Atemübungen und Meditationen beinhalten.

Wenn beide Partner sich auf diesen Weg begeben erblicken sie mehr als nur einmal das wahre Selbst des Anderen. Sich gegenseitig in die Augen zu sehen, wenn alle Masken gefallen sind, erzeugt ein echtes Gefühl von Nähe, Zuneigung und Verständnis.

Und plötzlich spüren wir, dass es eine viel tiefere Verbindung zwischen zwei Menschen geben kann, eine in der die Zuneigung für den anderen nicht einfach verschwindet.

Auf einmal sind wir dem Anderen dankbar, dass er unbewusst unsere wunden Punkte entlarvt, dass er uns dort spiegelt wo wir noch wachsen können.

Alles was Dich am Anderen stört, erzählt eine Geschichte über Dich selbst!

Quellen:

Eva-Maria Zurhorst. Liebe Dich selbst und es ist egal wen Du heiratest. Goldmann Verlag.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*